Philosophie der Sucht
Es ist ein ‚Lächeln‘ der ‚Seele‘ von dem sie selbst wissen, dass es ein ‚Geschenk‘ ist. In besonderen Momenten kann dieses Grundgefühl einen ‚ekstatischen‘ Charakter haben, doch ist dieses hervortretend ‚Ekstatische‘ nicht das Wesentliche und eher sogar störend; das Entscheidende ist die ‚Nähe und Gegenwart des ganz Anderen‘, durch die sich das eigene Dasein ‚aufhellt‘, ‚aufwärmt‘, ‚reinigt‘, ‚klärt‘ usw. Aber natürlich nicht ‚automatisch‘, sondern nur durch Mitwirkung, durch persönliches Engagement im ‚Einklang‘ mit dieser anderen ‚Gegenwart’….. Diese sehr grundlegende und offensichtlich nicht leichte Fragestellung erscheint in einem zusätzlichen Licht, wenn man die Forschungen zu den sogenannten intelligenten selbstlernenden Maschinen bzw. Zu den sogenannten intelligenten selbstlernenden Programmen in die Diskussion einbezieht. Diese Verknüpfung ist nicht angeboren, sondern sie wird ‚gelernt‘.
(15) Die häufig gehörte Floskel vom Zufall, der die ganze Entwicklung steuert, dann auch noch in Kombination mit der Gegenrede zu einem möglichen religiös motivierten ‚Glauben an einen höheren Sinn‘, gehört in das Reich der Märchen und hilft uns nicht weiter. Der Schlüssel zu einer vertieften Erkenntnis liegt im besseren Verständnis der Strukturen selbst, die sich innerhalb des Prozesses zeigen. Es macht keinen Sinn, eine Ideologie durch eine andere auszutreiben. Was wir brauchen sind wirkliche Erkenntnisse und unvoreingenommene Forschungen. (1) In den letzten Jahren kamen unterschiedliche Aspekte an unserem menschlichen Dasein zum Vorschein, zur Sprache, notgedrungen sehr selektiv, fragmentarisch und damit mit Vorsicht zu genießen.
Er spricht einfach nur aus, was du innerlich längst wusstest – aber nie zu Ende gedacht hast. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit philosophischen und ethischen Fragen heilender und helfender Berufe sowie philosophischen und ethischen Aspekten der Sucht. IstProfessor für Ethik in der Sozialen Arbeit im Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster. Er studierte Psychologie und Philosophie an der Universität Trier, wo er 1998 auch promovierte. Er sammelte zehn Jahre lang praktische Erfahrungen als Suchttherapeut, Teamleiter und therapeutischer Gesamtleiter einer Suchtklinik.
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Sucht erscheint dann nicht mehr als etwas sehr Spezielles, sondern als eine systemisch naheliegende Fehlform einer freiheitsbasierten Lebensform, der die Wissenschaft den Namen homo sapiens gegeben hat. (9) Die Geschichte lehrt uns, dass Menschen sehr leicht dazu tendieren etwas vermeintlich ‚Besonderes‘ schnell ‚hochzustilisieren‘, es auf ein ‚Podest‘ zu heben, anstatt bereit zu sein, zuzugestehen, zuzulassen, dass Sie selbst dieses Besondere sind bzw. Es ist allemal leichter, einen – wie auch immer gearteten – ‚Popanz‘ zu feiern als sich selbst ein klein wenig zu ändern. Die allgemeine Botschaft lautet nämlich, dass diese ‚besonderen‘ Menschen nicht als Menschen anders oder ‚mehr besonders‘ sind als andere Menschen. Sie sind nur ‚Hinweise‘ auf das, was ‚an und mit Menschen‘ geschehen kann, wenn jeder Mensch in sich ‚das andere‘ zulässt. Das ‚Andere‘ ist nämlich letztlich nicht etwas ‚Fremdes‘, sondern ‚ein Teil von uns‘, das uns allen gemeinsam ist.
Der Weg aus der Sucht
Gerade bei Alkohol führt oft der „eine Drink“ zurück ins alte Muster. Doch jedes Mal, wenn du dich bewusst anders entscheidest, stärkst du neue Verbindungen. Mit der Zeit wird das alte Muster schwächer – wie ein Trampelpfad, der überwuchert, wenn man ihn nicht mehr geht.
Woher kann ein Roboter, der selbständig lernen können soll, wissen, was für ihn in irgendeinem Sinne ‚zu bevorzugen ist‘? Zwar lernen auch junge Menschen vielfach durch Feedback von ihrer sozialen Umwelt, aber sie besitzen — ’normalerweise‘ — auch die Fähigkeit, aus der Vielfalt der Präferenz-Angebote auf Dauer ’selbständig‘ jene auszuwählen, die sie ‚für sich‘ für ‚am besten‘ finden (was nicht ausschließt, dass sie sich im Nachhinein als ‚weniger optimal ‚ erweisen). Diese grundlegende Fähigkeit, vorgegebene Muster in ’neuer‘ Weise ‚kreativ‘ zu überwinden, bewusst in ein ‚Risiko‘ hinein gehen zu können, dies können ansatzweise Tiere und in noch stärkerem Umfang Menschen. Neben dem möglichen realen Scheitern eröffnen sich durch dieses Verhalten auch mögliche reale Chancen, die für das Überleben wesentlich sein können. Während vergangene Erfahrung und ihre Erfolge helfen können, Dinge zu ‚bewahren‘, die sich bewährt haben, bilden sie zugleich eine dauernde Gefahr. Der ‚alltägliche Tunnelblick‘ ist dem Tunnelblick des Suchtkranken nicht unähnlich.
Der Definitionsvorschlag von Prof. Kiefer für den Begriff ‚Freiheit‘ z.B. Als der Fähigkeit, „Handlungsoptionen … wahrnehmen“ und sich „Handlungsoptionen bewusst zuwenden zu können“ ist sehr abstrakt. In Verhaltensmustern zeigt sich — wenn man die Arbeitshypothese ‚Freiheit‘ zulässt — dann eine ‚Dynamik‘, die über die jeweils bekannten Mustern hinaus in der Lage ist, immer wieder neue Muster hervor zu bringen.
Immer ist hinter all den sich in den Vordergrund drängenden psychischen Störungen der einzelne Mensch als freies Wesen da, auch wenn man das mitunter bei sehr ausgeprägten psychischen Erkrankungen nur ahnen kann. Daher sind in der humanen Psychiatrie Räume der Freiheit wichtig. Andreas Bell promovierte in Chemie und in Theologie, unterrichtete Medizinethik an der Uniklinik Frankfurt am Main und verantwortet den Dialog zwischen der Theologie und den Naturwissenschaften im Erzbistum Köln. Deine Daten werden gemäß unserer Datenschutzrichtlinie behandelt, die du hier einsehen kannst. Erfahre, wie deine innere Einstellung und Werte dich zu Motivation, Disziplin und deinen Zielen führen. Bei Verhaltenssüchten – wie Social Media, emotionalem Essen, exzessivem Streaming oder Online-Shopping – empfiehlt Dr. Anna Lembke eine 30-tägige Dopaminpause, um das Belohnungssystem zu resetten.
Allerdings gibt es eine auffällige Häufung von Dopaminvorkommen im Kontext der Suchtmittel sowie eine Veränderungen von Synapsen von Nervenzellen in der Kontrolle des Verhaltens. Diese beobachtbare Korrelationen erklären im eigentlichen Sinne nicht viel, aber sie können helfen, Arbeitshypothesen zu entwickeln und zu präzisieren. (7) Es gibt einige Menschen in dieser Welt, die ‚bekommen‘ scheinbar alles geschenkt, weil ihre Eltern bzw. Vorfahren in der Vergangenheit Privilegien und Geld anhäufen konnten (in vielen Fällen mit nicht ganz feinen Methoden, wie die Geschichte uns lehrt). Sie haben die gleichen Emotionen, die gleiche Gier, die gleichen Ängste, die gleichen Grenzen wie alle anderen Menschen auch. Auch sie können von jetzt auf gleich sterben, krank werden, auch sie haben das Problem der ‚wahren‘ FreundeInnen, von Sozialität, von Wahrheit und Sinn,… materiell können sie sich zwar alles leisten, aber welche Emotionen haben sie zu Verfügung, sich zu motivieren?
Insofern sie sich aber dem Phänomen Mensch in seiner ganzen Breite und empirischen Realität stellen, sind sie mit Phänomenen konfrontiert, die sich nicht so einfach mit den üblichen Klassifizierungsreflexen verrechnen lassen. Mit einer Referenz an die Neurowissenschaften berichtet Prof. Kiefer von den neuesten Erkenntnissen zu den neuronalen Mechanismen der Belohnung und der Verhaltenskontrolle. Im Kern schält sich heraus, dass es ein Belohnungssystem im Gehirn gibt, das vorzugsweise mit dem Botenstoff Dopamin arbeitet und ein Verhaltenskontrollsystem, das vorzugsweise mit dem Botenstoff Glutamat arbeitet.
GÖG-Colloquium Sucht und Selbstverantwortung: Philosophische Reflexionen über ein schwieriges Verhältnis
- In dem Maße, wie immer mehr Reize in den Kontext der Suchtmittel-spezifischen Empfindungen gelangen, und dadurch andere, alternative Reize immer mehr zurücktreten, abgeschwächt werden, entsteht dieses ‚innere Gefängnis‘, eine quasi neuronal-psychologische Fußfessel‘, die festbindet.
- Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist es, die bislang in der Regel deutschsprachigen Suchworte einerseits mit der englischsprachigen Sacherschließung der ergänzenden Datenquellen des Fachinformationsdienstes Erziehungswissenschaft und Bildungsforschungandererseits zu verbinden.
- Seit 2013 ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie.
- Mit einer Referenz an die Neurowissenschaften berichtet Prof. Kiefer von den neuesten Erkenntnissen zu den neuronalen Mechanismen der Belohnung und der Verhaltenskontrolle.
- Gibt es Menschen, die ‚anders‘ sind, die ‚auffallen‘ (zumindest im Kreise der Menschen in ihrer Umgebung).
Die Grundidee besteht in allem darin, durch ein verändertes Lernverhalten die alten Reiz-Belohnungsschemata abzuschwächen, aufzulösen bei und durch gleichzeitigem Aufbau neuer alternativer Reiz-Reaktionsschemata neue Handlungsansätze zu ermöglichen. Oktober 2017 bestätigten Schuldspruch gegen Hassan Kiko wegen Anstiftung zum Entweichenlassen von Gefangenen (Art. 24 Abs. 1 i.V.m. Art 319 StGB) zum Anlass, die Strafbarkeit der Anstiftung zur eigenen Freilassung einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Während Hassan Kiko die Gefängniswärtern Magdici zwar «zur Tat bestimmt» und damit angestiftet hat, ist die formalistische Abgrenzung von Art. 305 und 285 StGB anhand vermeintlich verschiedener Rechtsgüter abzulehnen. In Anlehnung an den Fall Dammann sabotiert der Gefangene, welcher eine Wärterin bittet, ihn freizulassen, nicht das Vertrauen in die Justiz, sondern reklamiert seine «excusable aspiration à la liberté». Triebfeder ist der Selbstschutz, es liegt mithin reine Selbstbegünstigung vor.
— das größte Problem eine verborgene innere alles umklammernde Angst ist, die uns lähmt, die uns blind macht…..und die wir dann auf die Umwelt, auf andere Menschen projizieren…. Die Dimension ‚Gott‘ ist in der Variante einer ‚inspirierten Freiheit‘ nicht ausgeschlossen sondern letztlich konstitutiv, aber anders, als die Religionen unserer Tage dies propagieren und praktizieren. Die Religionen unserer Tage (ich meine mindestens den Hinduismus, den Buddhismus, das Judentum, das Christentum und den Islam) gehören — zumindest so, wie sie sich heute zur Erfahrung bringen — eher zur manipulierten oder gar zur 20bet blockierten Form von Freiheit. Damit verdunkeln sie das Bild Gottes in einer Weise, die Gott eher unkenntlich macht. Gott selbst schadet dies nur insofern, als es den Menschen schadet, die Gott in diese grundlegende Form von Freiheit hineingesetzt hat. Allerdings, das zeigt die Kulturerfahrung seit Jahrtausenden, können sich Menschen in eine individuelle ‚interne Interpretationsschleife‘ festfahren, aus der sie nur mit massiver Hilfe von außen wieder heraus kommen können.
Solange Menschen sich als ‚Fremde‘ sehen, als ‚Feinde‘, als ‚Konkurrenten‘, werden sie dies niemals entdecken können, solange befinden sie sich letztlich auf der ‚Flucht vor sich selbst‘. Systemtheoretisch haben alle jene Gesellschaften die größten ‚Erfolgsaussichten‘ in der Zukunft, die ein Maximum an inspirierten Freiheiten zulassen. Dies verlangt allerdings auch von jedem einzelnen, seine Freiheit real und konkret in dem Sinne ‚auszuleben‘, dass er die umgebende Welt und sich selbst intensiv weiter erforscht und entwickelt. Philosophie, Kunst und Wissenschaften bilden hier einen mehrdimensionalen Raum, der sich nicht — wie heute meistens — gegeneinander abschottet, sondern sich wechselseitig herausfordert, inspiriert.
Prof.Kiefer berichtet von Experimenten, deren Daten (ergänzt durch bildgebende Verfahren) darauf hindeuten, dass schon wenige alternative Lernerfahrungen (er spricht von 9 Sitzungen) zu nachweisbaren Veränderungen in den Aktivitätsmustern des Gehirns führen können, was auch von den Betroffenen entsprechend berichtet wird. Die allgemeine Lebenserfahrung hat schon immer gewusst, dass man Einseitigkeiten in der Welterfahrung nur aufbrechen kann, wenn man der betreffenden Person hilft, zu alternativen Erfahrungen zu kommen. (16) Was immer wir tun, die minimale Voraussetzung zu einer besseren Erkenntnis ist ein radikal ehrlicher Umgang mit uns selbst, den anderen und der umgebenden Welt, auch über die Erde hinaus.
Sucht wird einerseits häufig als Krankheit definiert, die einen Kontrollverlust impliziert. Andererseits baut Suchtbehandlung darauf auf, dass auch Suchtkranke Entscheidungen über ihr Verhalten treffen können und man ihnen Selbstverantwortung nicht pauschal absprechen kann. Soll der Konsum von Suchtmitteln deshalb strenger reguliert werden oder stellt Suchtmittelkonsum einen Akt der Selbstbestimmung dar, bei dem jede Person selbst entscheiden soll, wie weit sie gehen will? Hinsichtlich dieser Frage steht der Grundsatz der Strafl osigkeit von Selbstschadigung im Strafrecht in Konfl ikt mit dem Betaubungsmittelgesetz.
Berufung finden und endlich erfüllt leben. Jetzt bist du dran!
Vorausgesetzt es gibt eine Menge von Möglichkeiten P, die im Prinzip auftreten könnten, dann wird bei einem ‚echten‘ Zufall eine dieser Möglichkeiten auftreten unabhängig davon, was es sonst gibt. Für den Fall genetischer Informationen bedeutet dies, dass ein ‚reiner Zufall‘ ein Gen auch dann verändern kann, wenn es – wie auch immer bewertet – schon ‚optimal‘ wäre. Der Zufall als solcher ist auf keine ‚Richtung‘ festgelegt; er wählt eine der vielen Möglichkeiten von P aus, egal was diese dann ‚bedeuten‘. Gute therapeutische Praxis erscheint dabei in dem Sinne selbst als „ethischer Eingriff“, dass sie den Betroffenen eine vertiefte ethische Selbstreflexion eigener Verantwortlichkeitspotenziale ermöglicht, um ihnen die Aussicht auf eine praktisch wirksame moralische Neuorientierung ihres eigenen Handelns zu eröffnen. Sofern die bisherige Interpretation stimmt — und davon geht Prof. Kiefer aus –, stellt sich natürlich aus Sicht einer Psychotherapie die Frage, wie man diese selbstzerstörerische Tendenz des Gehirns aufbrechen kann.
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